Pflegebegleitung ist bürgerschaftliches Engagement rund um Alter, Gesundheit und Pflege. Es zielt auf Unterstützung und Begleitung pflegender Angehöriger. In einem bundesweiten „Netzwerk Pflegebegleitung“ zusammengeschlossen setzen sich derzeit Organisationen, Professionelle und Ehrenamtliche mit ihrem Begleitungsangebot gemeinsam für ein gutes Leben unter den Bedingungen von Alter, Pflege und Unterstützungsbedarf ein.

Begleitung durch Engagierte für Gesundheit bei Alter und Pflege – eine Zukunftsaufgabe!

Angesichts dessen, dass sich die Zahl der Personen über 65 Jahre bis 2050 weltweit mehr als verdoppelt (siehe Veröffentlichung des UN-Berichts „World Population Ageing 2020 Highlights“) und in Deutschland jeder Zehnte mit Pflege befasst ist (Stand 2019), wird Begleitung in besonders schwierigen Lebenssituationen des Älterwerdens zu einer wichtigen gesellschaftlichen Zukunftsaufgabe. Hierzu leistet bürgerschaftliches Engagement einen bedeutsamen Beitrag.

Pflegebegleitung – Engagement speziell für pflegende Angehörige

Im Rahmen eines Modellprojektes 2004 – 2008 ist Pflegebegleitung als ehrenamtliche Unterstützung speziell für pflegende Angehörige konzipiert worden –  Angehörige waren Anfang des Jahrtausends noch zu selten im Blick. Deshalb ist die Tätigkeit der Freiwilligen darauf gerichtet, ein „offenes Ohr“ für all diejenigen zu haben, die sich privat um Hilfs- und Pflegebedürftige kümmern: „Wir lassen die pflegenden Angehörigen, Freunde und Nachbarn zu Wort kommen, erörtern mit ihnen Entlastungsmöglichkeiten, knüpfen Verbindungen zu anderen Helfern und sind einfach als Ansprechpartner da – zum Mitdenken, Trösten, Mitfühlen und Pläne machen, wie Pflege auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Wir wollen speziell für dieses Anliegen gute Nachbarn sein, und das alles unentgeltlich“ – so beschreibt ein Pflegebegleiter sein Engagement. Begleitung ermöglicht Kontakt und Rückhalt in Beziehungen – dies ist in Corona-Zeiten ganz besonders wichtig. Das Engagement „Pflegebegleitung“ ist inzwischen gesetzlich anerkannt (§ 45 c SGB XI).

Zukunftsplanungen –  unterschiedliche Begleitungsansätze gemeinsam!

Da sich Engagement besonders dort gut entwickelt, wo verschiedene ehrenamtliche Unterstützungsleistungen aus einer Hand angeboten werden, ist Kooperation und Vernetzung mit unterschiedlichen Begleitungsprofilen im Bereich Gesundheit, Alter und Pflege geplant – sowohl auf Bundesebene als auch für einzelne Bundesländer, z.B. NRW. Die speziellen Anliegen der unterschiedlichen Engagementprofile wie Senioren- oder Patientenbegleitung, Pflegebegleitung in Unternehmen und Familienbegleitung oder auch Technik- und Robotbegleitung, Gesundheits- und Genesungsbegleitung sollen in einem neu gestalteten Internetportal öffentlich sichtbar gemacht werden (siehe dazu weitere Infos unter „Hintergrundwissen“ auf dieser Website). Zudem wird im Frühjahr 2023 eine Zusatzqualifizierung für Multiplikator*innen an der Hochschule für Gesundheit in Bochum starten. Ziel ist es, das Engagement im Bereich Gesundheit, Alter und Pflege gezielt und nachhaltig weiter zu verbreiten und seine Qualität zu sichern.  In Kooperation mit interessierten Akteuren und Organisationen wollen wir das freiwillige Engagement im Bereich Gesundheit, Alter und Pflege in seinen unterschiedlichen Facetten weiterentwickeln – im Sinne eines Wohlfahrts- und Pflege-Mix „Hand in Hand“, um die Betroffenen vor Ort nach besten Kräften zu unterstützen und zu stärken. 

Inzwischen hat sich in Bochum (NRW) eine Vernetzungs-Initiative – das BegleiterNetzwerk Bochum – formiert. Das zweite Treffen des Netzwerks findet am 13. März, 16-18 Uhr im Seniorenbüro Bochum, Hattinger Str., statt.

Warum diese Erweiterung der Perspektive auf  Engagement für Gesundheit, Alter und Pflege und die Unterstützung bei der Nutzung digitaler Medien? 

Es hat sich gezeigt, dass insbesondere durch Älterwerden und Pflegen im privaten Bereich Menschen und Familien vor vielfältige Herausforderungen gestellt sind, für die es unterschiedliche Unterstützungsformen braucht. Ein aktueller Bedarf besteht hinsichtlich einer Unterstützung bei der Nutzung von Technik zur Gestaltung des Alltags und Teilhabe am öffentlichen Leben. Deshalb erscheint es notwendig, Engagement zwar auf einzelne Tätigkeitsfelder spezialisiert, aber dann doch organisatorisch „aus einer Hand“ anzubieten. Dazu gehört eine speziell Vorbereitung auf das jeweilige Engagement als auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Freiwilligenprofilen und -initiativen und Netzwerken vor Ort. Mit dem Begriff des BegleiterNetzwerks  wollen wir einen neuen Akzent setzen, damit sich ehrenamtliche Begleitung „Hand in Hand“ entwickeln kann.  Intendiert ist, durch ein neues gemeinsames Internetportal und eine Zusatzqualifizierung zum „Freiwilligen-Management“ an der Hochschule für Gesundheit in Bochum bestehende Strukturen auf Landes- und Bundesebene zu stärken. Starke und verlässliche Unterstützer*innen und Kooperationspartner*innen für einzelne Aktionen sind herzlich willkommen. 

Gemeinsamer Neustart: Wer ist eingeladen und wann geht es los?

Geplant ist zunächst ein Neustart in Nordrhein-Westfalen, von Bochum ausgehend. Im Prinzip sind aber auch alle interessierten Organisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen in Deutschland zur Beteiligung eingeladen.  Gemeinsames Anliegen soll sein: Strukturentwicklung für Begleitung auf Augenhöhe, Beziehungspflege, Ermutigung zur Eigen- und Mitverantwortlichkeit im Bereich Gesundheit, Alter und Pflege zu stärken und verbreiten. Organisationen, Kommunen, Professionelle und Ehrenamtliche können sich melden und mitwirken. Sie sollten das gemeinsame Ziel verfolgen, durch ein facettenreiches Engagement das Miteinander der Generationen zu beleben und zu festigen und vor Ort Hilfe- und Unterstützungsnetzwerke zu bilden: damit im „Ernstfall Pflege“ und „Einsamkeit“ sowie Hilfebedarf im Alter“ keiner allein bleibt. Hier werden vernetzte und verlässliche Strukturen benötigt, auch in Form einer Servicestelle, damit Begleitungs-Engagement seine Qualität behält und verlässlich arbeiten kann.

Bisher haben 10 Zoom-Konferenzen stattgefunden – Vertreter*innen der verschiedenen Begleitungsprofile (vorwiegend aus NRW) haben miteinander über die gemeinsamen Ziele und das gemeinsame Vorgehen diskutiert. Vorgestellt wurden die Vorbereitungen für die Zusatzqualifizierung „Freiwilligen-Management“ an der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Sodann  wurde ein Plan zur gemeinsamen Entwicklung der Website erstellt. HS-Gesundheit_Flyer_Freiwilligen_Management

Es soll im April 2023 weitergehen – in einer Zoom-Konferenz. Hier werden die Vorschläge für die geplante neue Website vorgestellt und abschließend diskutiert. Alle Interessierten, die sich an der Gestaltung der Begleiter-Zukunft engagieren wollen, sind eingeladen.

Anmeldung bei der Netzwerkstelle@hs-gesundheit.de  – der Link wird mit der Bestätigung zugesendet.

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Renate Schramek Netzwerkstelle@hs-gesundheit.de

Informationen zu Pflegebegleitung:

Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Sprecherin und wiss. Begleitung des Netzwerk Pflegebegleitung auf Bundesebene

Information & Kontakt: elisabeth@bubolz-lutz.de