Hintergrundwissen

Hier finden Sie Hintergrundwissen zum Begleitungs-Ansatz – vor allem zu Erkenntnissen aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten rund um Fragen von „Alter und Lernen“. Das Forschungsinstitut Geragogik (FoGera) hat sich über fast zwei Jahrzehnte hinweg mit Fragestellungen zu „Alter und Lernen“ befasst. Hier finden Sie  ausgewählte Ergebnisse. Diese beziehen auch die nebenberuflich und ehrenamtlich erarbeiteten Erkenntnisse und Erfahrungen von kooperierenden Kolleginnen und Kollegen ein. 

Informationen zum FoGera-Ansatz 

Zur Geragogik & zum FoGera-Ansatz

Das Forschungsinstitut Geragogik

Leitbild

Eine humane alternde Gesellschaft braucht eine kompetente und handlungsfähige ältere Generation, die bereit ist, neue Verantwortungsrollen für sich selbst und die Gesellschaft zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass ältere und alte Menschen zu Lernen und Weiterbildung Gelegenheiten bekommen. Nach wie vor bleiben die gesellschaftlichen Ermöglichungsstrukturen auch in den Bereichen von Bildung und Lernen weit hinter den Erfordernissen eines erfüllten und emanzipierten Alters zurück.

Zur Überwindung dieses Widerspruchs zwischen den Potentialen des Alters und den gesellschaftlichen Ermöglichungsbedingungen leistet FoGera systematisch und kontinuierlich einen eigenen Forschungs- und Entwicklungsbeitrag in der Altersbildung (Bildung im Alter und für das Alter). Ziel ist es, Organisationen und Personen zu befähigen, durch Bildungsprozesse Lebensqualität im Alter zu verbessern. FoGera richtet sein Forschungsinteresse auch auf die Gruppe sozial ausgeschlossener älterer Menschen. In den Forschungsvorhaben kommt generell eine differenzierte Geschlechterperspektive zum Tragen.

Unsere Grundprinzipien

  • FoGera ist ein unabhängiges außeruniversitäres Forschungsinstitut, das sich mit Altersbildung in Forschung, Lehre und Praxis befasst.
  • FoGera arbeitet interdisziplinär auf der Basis aktueller gerontologischer und geragogischer Erkenntnisse.
  • FoGera steht wissenschaftstheoretisch für Pluralität. So wird beispielsweise eine gesellschaftskritische und konstruktivistische Herangehensweise, welche die Metaebene der empirischen Forschung ist, als gleichwertig angesehen.
  • FoGera unterscheidet und macht transparent: Empirische Forschung ist wertfrei. Die Auswahl von Forschungsfragen und die Interpretation der empirischen Daten sind wertbezogen.
  • FoGera richtet sich an den Werten der Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft aus, die die Partizipation und Selbstbestimmung älterer Menschen fördern. FoGera steht für das selbstorganisierte, selbstbestimmte und partizipative Lernen, das handlungs- und praxisorientiert ist.
  • FoGera arbeitet praxeologisch: Jede empirische Untersuchung ist praxisbezogen und zugleich theoretisch durchdrungen. Die Theoriewirksamkeit hat sich an ihrer praktischen Problemlösungskompetenz zu beweisen.
  • FoGera setzt sich dafür ein, die Geragogik als eigene Wissenschaftsdisziplin in Theorie und Praxis weiter zu begründen und auszubauen – wie zum Beispiel im Arbeitskreis Geragogik der Sektion IV der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie. Es gilt, Geragogik an den Universitäten/ Hochschulen noch stärker als bisher zu verankern.

Witten, 01.07.2009

Weitere Infos zum Leitbild

 

Leitbild von FoGera
» PDF-Datei, 58 kb

Projektergebnisse im Einzelnen

Qualitätsziele der offenen Seniorenarbeit und Altersbildung (2007)- und ihre Weiterentwicklung (2014)

Das Projekt Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden – Lernen und Bildung im Alter für ein selbstbestimmtes bürgerschaftliches Engagement in NRW wurde 01.09.2004 – 30.08.2007 vom Forschungsinstitut Geragogik durchgeführt und von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördert. Eine Weiterentwicklung der Qualitätsziele erfolgte im Projekt „Qualitätsinitiative“ in 2014.  Zur Entwicklung der Qualitätsziele

 

Hintergrund (zum Zeitpunkt der Antragstellung)
 Nach wie vor wird der demografische Wandel in der Öffentlichkeit oftmals aus der Perspektive steigender Kosten für die Alterssicherung betrachtet: dabei wird behauptet, dass der Sozialstaat angesichts des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung nicht mehr finanzierbar wäre. Dies allein ist eine einseitige und unzureichende Sichtweise. Die Generation der älteren Menschen ist nicht als ökonomische Last zu betrachten, sondern als eine Gruppe mit erheblichen Potenzialen und positiver Gestaltungskraft für die Gesellschaft: Die Zahl qualifizierter, selbstbewusster älterer Menschen nimmt zu. Ältere zeichnen sich durch ein beträchtliches Aktivitätspotenzial aus, verfügen über eine Vielzahl an Ressourcen und eine hohe Engagementbereitschaft, die es zu fördern gilt. Insbesondere Ältere haben oft das Interesse, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sie erkennen, zu einem gelingenden Leben im Alter zählt die Teilhabe am öffentlichen Leben in seinen vielfältigen Facetten.

Ziel
 
Das Projekt strebt die Erforschung und Entwicklung von Qualitätszielen an, die die zukünftige Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden kennzeichnen und die an den Prinzipien des bürgerschaftlichen Engagements und der Selbstorganisation ausgerichtet sind.

Verlauf
 
Die Qualitätsziele werden induktiv aus den während des Projekts zu generierenden empirischen Daten abgeleitet, in der Praxis erprobt und in einem curricularen Rahmen in Form eines Handbuchs zusammengeführt. Die Datengenerierung umfasst quantitative und qualitative Verfahren.

Während der gesamten Laufzeit des Forschungs- und Entwicklungsprojekts wird methodisch eine dialogische und praxeologische Vorgehensweise realisiert, die die aktive Beteiligung von Seniorinnen und Senioren an der Entwicklung der Qualitätsziele gewährleistet.

Projektphase 1
 Im Zentrum der ersten Phase (01.09.2004 – 30.06.2005) stehen die Untersuchung der Ausgangslage sowie die Erschließung des Untersuchungsfeldes. Dazu werden folgende empirische Untersuchungsteile realisiert:

  1. a) Durchführung und Auswertung von leitfadengestützten Experteninterviews mit Funktionären aus den Wohlfahrtsverbänden zur
  • Gewinnung von Informationen über die Bereiche „Offene Altenarbeit“, „Altersbildung“ und „bürgerschaftliches Engagement“ in den verschiedenen Wohlfahrtsverbänden sowie zur
  • Ermittlung und Auswahl von Good-Practice-Akteuren aus diesen Bereichen.
  1. b) Durchführung und Auswertung einer Fragebogenerhebung mit den teilnehmenden und freiwillig engagierten Seniorinnen und Senioren der ausgewählten Good-Practice-Akteure zur
  • Erfassung aktueller Informationen über die Offene Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden,
  • Sammlung von Hinweisen über das Teilnahmeverhalten und das bürgerschaftliche Engagement der in diesen Angeboten beteiligten bzw. engagierten älteren Menschen sowie zur
  • Identifikation erster Anhaltspunkte über Anforderungen von Seniorinnen und Senioren an die Qualität Offener Altenarbeit und Altersbildung in den Wohlfahrtsverbänden.

Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung sind veröffentlicht in der Zeitschrift Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, Heft 2/2006.

Projektphase 2
 Ergänzend zur Datengenerierung im Rahmen der standardisierten Fragebogenerhebung werden in der zweiten Projektphase (01.07.2005 bis 30.11.2005) Themenwerkstätten mit Teilnehmenden und freiwillig Engagierten aus SeniorInnenangeboten der Wohlfahrtsverbände veranstaltet. Hier gilt es, auf der Grundlage der Befragungsergebnisse Leitsätze für eine aus Sicht der Seniorinnen und Senioren gut funktionierende zukunftsträchtige Offene Altenarbeit und Altersbildung zu entwickeln.

Die mittels der Fragebogenerhebung und der Themenwerkstätten erhobenen Daten werden nach ihrer Auswertung induktiv zu Qualitätszielen verdichtet.

Die zum jetzigen Projektzeitpunkt generierten Qualitätsziele sind veröffentlicht in der Zeitschrift forum EB, Heft 1/2006.

Projektphase 3
 Die dritte Projektphase (01.12.2005 bis 31.03.2007) sieht die praktische Erprobung und Evaluation der aus den Daten abgeleiteten Qualitätsziele vor. Dies geschieht durch die Planung und Durchführung von Pilotprojekten an zwei Standorten der Good-Practice-Akteure, in denen die Qualitätsziele verwirklicht werden.

Projektphase 4
 In der abschließenden vierten Projektphase (01.04.2007 – 31.08.2007) werden die Qualitätsziele unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den Pilotprojekten einer wissenschaftlichen Überprüfung und Weiterentwicklung unterzogen, zu Leitlinien zusammengefasst und in einem Qualitätshandbuch für die Praxis veröffentlicht. Für die Präsentation der Projektergebnisse und die Vorstellung des Handbuchs ist die Organisation eines Fachkongresses vorgesehen. 

Ergebnisse

Qualitätsziele

 

Die Qualitätsziele wurden bis 2014 weiterentwickelt:

Abschlussbericht-Qualitaetsinitiative_2014

Qualitätsziele neu 2014

 

Das Projekt „Zukunftsfaktor Bürgerengagement“ beinhaltete als Kern ein Qualifizierungsangebot für MitarbeiterInnen von ausgewählten Kommunen in NRW – dies wurde vom Forschungsinstitut Geragogik durchgeführt und evaluiert. Nach Projektabschluss 2013 hat in 2014 eine zweite Entwicklungswerkstatt stattgefunden – in Trägerschaft des Katholischen Sozialen Instituts in Bad Honnef, gefördert vom MFKJKS. Inzwischen wurden 2 weitere „Runden“ in NRW realisiert.

Gefördert wurde das Projekt vom Familienministerium (MFKJKS) NRW. Ausführliche Projektinformationen sind zu finden auf der Homepage des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport – der Band von Bubolz-Lutz & Mörchen „Zukunftsfaktor Bürgerengagement“ kann hier heruntergeladen werden: 

 

Care Support

„Care Support“ Pflegebegleitung im Unternehmen – ein Angebot für pflegende Mitarbeiter*innen und Pensionäre

Seit vielen Jahren bietet die Firma Henkel – zusätzlich zu bestehenden Angeboten der Mitarbeiter*innen-Beratung in besonderen Lebenslagen – Care Support an: zur Unterstützung pflegender Mitarbeiter*innen und Pensionäre.

Näheres im Flyer Care Support Henkel , ebenso in der Henkel-Zeitschrift S. 14 und 15  netz_2015_03

Seit 2019 hat das Angebot ein anderes Gesicht – und ist jetzt mit dem „Generationennetzwerk“ neu und breiter aufgestellt. Angeboten werden nun verschiedene Formate rund um die Lebensgestaltung im Zusammenleben und gemeinsamen Arbeiten der verschiedenen Generationen.

So laden die Sozialen Dienste einmal im Monat zu „Lunch and Learn“ ein. Zusätzlich werden Informationsveranstaltungen zu Themen wie „Testamentserstellung“ angeboten.

Die Formate der Veranstaltungen im Einzelnen:

Lunch  &  Learn   –  themenorientierter Input durch einen Referenten in einer verlängerten Mittagspause

Impulslunch   –  gemeinsam lunchen und dabei angeleitet über ein Thema diskutieren

Infoveranstaltungen   –  Input eines Experten zu psychosozialen und sozialrechtlichen Themen in der Regel von 16.00-18.00 Uhr

Seminare und Workshops – themenbezogene Zusammenarbeit in der Gruppe mit Moderation und diversen Methoden

Gesprächsgruppe für pflegende Mitarbeiter*innen – dieses Angebot ist in Planung, da sich angesichts der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie für pflegende Angehörige besondere Herausforderungen ergeben. Diese können dann in einer monatlichen offenen Gesprächsrunde thematisiert werden. 

Newsletter rund um die Pflege

Die neuen Formate werden von Prof. Dr. Bubolz-Lutz wissenschaftlich begleitet und evaluiert. 

Anmeldung und Information: regina.neumann@henkel.com 

Anbei eine Information speziell zum Ansatz von „care support“

Die monatlichen Gruppentreffen von Care Support sind kontinuierlich gut besucht: es nehmen jeweils etwa 15 – 20 Personen teil – Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Firma Henkel und Mitglieder des Henkel Pensionärsvereins. Die Teilnehmenden sind zwischen 46 und 84 Jahre alt.

Qualifizierte Moderatorinnen, Experten und eine wissenschaftliche Begleitung

Die Moderation der regelmäßig stattfindenden Gesprächsangebote in der Gruppe übernimmt ein eingespieltes Team: Dipl.-Pädagogin Regina Neumann-Busies (Managerin „Human Ressources“, Soziale Dienste Henkel) und Dipl. Sozialarbeiterin Gabriele Eggert (Case-Managerin, Gemeinschaft der Henkel-Pensionäre e.V., Mitarbeiterin der AWO Düsseldorf). Sie bereiten die Treffen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten vor und laden jeweils auch Experten ein, wenn es um Spezielles geht – wie etwa um den Umgang mit Demenzerkrankten oder rechtliche Fragestellungen.

Der Aufbau von „Care Support“ wird durch eine wissenschaftliche Begleitung unterstützt: Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Professorin für Geragogik (Universität Duisburg-Essen/ FoGera) gibt Anregungen zur Gestaltung der Treffen, stellt Hintergrundwissen zu Verfügung, evaluiert die einzelnen Gesprächsrunden und gibt den Leitenden Rückmeldungen speziell im Hinblick auf die Resonanz der teilnehmenden Mitarbeiter und Pensionäre. Zudem knüpft sie die Fäden zur Bekanntmachung des Projektes in Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Pflegende Mitarbeiter*innen unterstützen und stärken

„Care Support“ versteht sich als ein spezielles Angebot zur Förderung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf und zur Unterstützung früherer Henkel-Mitarbeiter, die jetzt in ihrem Ruhestand Pflege- und Sorgeaufgaben übernehmen. Wie kann man bei einem Leben mit Pflege die Balance halten – darum geht es in diesem facettenreichen Programm. Sorgsames Ausbalancieren ist notwendig, denn die Erfahrung zeigt: wenn die Pflege zu viel Kraft fordert, gerät die Gesundheit in Gefahr – und auch die Einsatz- und Arbeitsfähigkeit der pflegenden Angehörigen leidet. So erscheint es sehr sinnvoll, dass das Unternehmen hierzu unterstützende Maßnahmen anbietet.

Monatliche offene Treffen

„Care Support“ versteht sich als offenes Angebot – entsprechend wird immer wieder  in der Firmenzeitschrift oder in den Beratungsgesprächen der Sozialen Dienste zur Teilnahme eingeladen. Die Teilnehmenden erhalten vielfältige Möglichkeiten der Mitgestaltung der Treffen: Sie wählen die Themen aus. An der Gestaltung der Treffen sind sie aktiv beteiligt – es besteht Gelegenheit, an eigene Erfahrungen anzuknüpfen, drängende Fragen zu stellen und sich innerhalb der Gruppe mit anderen Pflegenden auszutauschen. Dieser Austausch an Erfahrungen und das „Mit anderen darüber sprechen können“ wird – so die Ergebnisse der Begleitforschung – in besonderer Weise geschätzt.  Bei der Bearbeitung der Themen wird der starke Praxis- und Alltagsbezug besonders geschätzt.

Neue Schwerpunkte – von Jahr zu Jahr unterschiedlich

Entsprechend den Wünschen und Anregungen der Teilnehmenden sind bisher in jedem Jahr unterschiedliche Schwerpunktsetzungen für dieses Informations- und Bildungsangebot gewählt worden: Im ersten Jahr stand das Anliegen der Selbstsorge bei der Pflege zu Hause im Vordergrund: Wie kann ich mich selbst vor Überforderung schützen? Wie kann ich das familiale Pflegegeschehen verstehen und angemessen reagieren? Im zweiten Jahr kam das Thema „Kennenlernen von Dienstleistungen zur Unterstützung häuslicher Pflege hinzu: Wo kann ich im Raum Düsseldorf Hilfe erhalten? Hierzu wurden unter anderem ein Pflegeheim und ein Hospiz in Firmennähe besucht. Diese Exkursionen stießen bei den Teilnehmenden auf äußerst positive Resonanz. So hieß es etwa, vorher sei die Sicht auf solche Einrichtungen von Vorurteilen geprägt gewesen. Nach den Besichtigungen habe man dazu eine neue Einstellung gewinnen und die Hemmschwelle gegenüber Einrichtungen senken können. In 2012, dem dritten Jahr von „Care Support“, hat sich die Perspektive noch einmal entscheidend erweitert. Unter dem Motto „Alter neu denken“ kamen zu den persönlichen und beruflichen Belangen auch die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Pflege durch Berufstätige in den Blick: Wo sehen wir konstruktive Ansatzpunkte der Politik zur Verbesserung der Lebenssituation pflegender Mitarbeiter? Welche Ausgestaltung wünschen sich die Mitarbeiter von der Firma?  Gleichermaßen geht es auch um die Gestaltung des eigenen Älterwerdens: Wie können wir unser eigenes Leben im Alter gestalten? Welche Möglichkeiten gibt es, das eigene Alter mit anderen gemeinsam zu leben? Antworten auf diese Fragen wurden in einer Exkursion zur Senioren-Begegnungsstätte „Zentrum plus“ Holthausen in unmittelbarer Nähe der Firma Henkel gesucht. Im kommenden Jahr wird das Motto „Gut leben mit Pflege“ im Fokus stehen.

Die verschiedenen Themenkreise bauen aufeinander auf. Raum bleibt immer für persönliche Fragestellungen und einen Gedankenaustausch der pflegenden Angehörigen untereinander.

Teilnehmende Mitarbeiter*innen und Pensionäre berichten von positiven Effekten

Die Begleitforschung erhebt in regelmäßigen Abständen die von den Teilnehmenden selbst wahrgenommenen Wirkungen. Es sind ausnehmend positive Wirkungen zu verzeichnen, vor allem ein deutlich reduziertes Belastungserleben.  Als konstruktiv erlebte Merkmale von „Care Support“ benannt wurden ausdrücklich: die auf Problemlösung ausgerichteten Hilfestellungen, die Offenheit des Austausches, die interessanten Gast- bzw. Fachvorträge sowie die Exkursionen.

Nach Ablauf des zweiten Jahres berichteten vor allem diejenigen, die bereits von Anfang an kontinuierlich an Care Support Treffen teilgenommen haben: Vorher fühlten wir uns stärker Fremdeinflüssen ausgesetzt – jetzt haben wir eine Strategie und können eigenständig mit der Pflegesituation umgehen.

Grundsätzlich geben alle Teilnehmenden an, sie hätten einen Wissenszuwachs in Sachen Pflege und eine größere Einsicht in ihre persönlichen Schwierigkeiten bezüglich der Pflege bekommen. Sie wüssten nun besser, wie sie damit umgehen könnten. Auch geben sie an, nun mehr auf sich zu achten, sich nicht zu überfordern und wieder etwas mehr „Mut gefasst“ zu haben.

Innerhalb der Gruppe zeichnen sich unterschiedliche Entwicklungen ab: auf der einen Seite kommen immer wieder neue Interessierte hinzu – auf der anderen Seite verändert sich die Lebenssituation der teilnehmenden pflegenden Angehörigen.  Auch wenn die Partner versterben, sind sie weiter in der Gruppe willkommen und finden dort die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen bei der Neuorientierung und Erholung nach langen Jahren der Sorge und Pflege zu berichten und zu reflektieren.

Das Besondere von „Care Support“

Angesprochen auf die Besonderheit des Henkel-Angebotes verweist die wiss. Begleitung auf Studienergebnisse, die sich mit der schleppenden Beteiligung an Gruppen pflegender Angehöriger auseinandersetzen. Hieraus wird der Unterschied zu „Care Support“ deutlich. Angehörige von ursprünglichen Selbsthilfegruppen berichten davon, dass sie sich durch die Probleme der anderen oft „erdrückt“ fühlten. Dieses Phänomen lässt sich bei „Care Support“ nicht beobachten, denn hier handelt es sich um ein thematisch ausgerichtetes Bildungs- und Gesprächsangebot. Das von der Gruppe gewählte Thema wird von den Lernbegleiterinnen aufbereitet – das Gruppengespräch wird moderiert. Die beispielhaft vorgestellten Probleme werden als Herausforderungen definiert, die man gezielt angehen kann. Gemeinsam gesucht wird nach Modellen zum Verständnis der Situation, nach verschiedenen Perspektiven, mit denen man das Problem definieren könnte und nach erfolgreichen Strategien für eine konstruktive Problemlösung. So werden stets Verständniskategorien und Handlungsoptionen angesprochen – die beste Möglichkeit, um bei den Teilnehmenden ein Erleben von Selbstwirksamkeit zu fördern.

In der Eingebundenheit der Gruppe werden Frage- und Problemstellungen oft erstmals formuliert – und dann von den Teilnehmenden „gedreht und gewendet“ –  in einer Atmosphäre von Wertschätzung. Abwertungen und Urteile sind nicht erlaubt – nach diesen selbst formulierten Regeln richtet sich die Gruppe aus. Sie hat im Verlauf von inzwischen 2 ½ Jahren eine erstaunliche Tragfähigkeit entwickelt.

Das Unternehmen profitiert

Das Unternehmen zielt mit dem Angebot auf den Erhalt von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Die Entwicklungen zeigen, dass „Care Support“ in diese Richtung hin wirkt:

  • Über den Besuch der Care Support-Gruppe wird persönliche Beratung angefragt, so dass es zu passgenauen Problemlösungen kommen kann
  • Die Mitglieder des Pensionärsvereins erleben das Angebot als ein wichtiges Signal der Zugehörigkeit zum Henkel-Konzern und ihrer nachhaltigen Fürsorge.

Zu den Effekten von Care Support für die Firma Henkel äußerte sich bei der Zwischenbilanzierung ein Teilnehmender so: „Jetzt haben wir den Kopf freier – insofern hat sich unsere Produktivität wieder gesteigert, sowohl privat als auch beruflich.“

 Care Support – beispielhaft für andere Unternehmen

Care Support erweist sich als Vorbild für andere: die Firma Henkel kommt als familienfreundliches Unternehmen ins Gespräch – als innovatives Angebot weckt es Interesse auch in Rundfunk und Presse. Dies zeigt sich in

  • Artikeln und Zeitschriften, z.B. FAZ „Beruf und Chance“ , Wirtschaftswoche, Financial Times Deutschland 2010,
  • Erwähnung bei Vorträgen, z.B. im Landtag Mai 2011,
  • Einladungen und Gesprächen mit der Politik, z.B. dem damaligen Gesundheitsminister Rösler 2010.

Care Support – relevant für die Zukunft

Das innovative Gesprächs- und Unterstützungsangebot für pflegende Mitarbeiter und Pensionäre hat Relevanz für die Zukunft – Pflege in der Familie wird zunehmend zur Aufgabe der Generationen. Diese Facette des demografischen Wandels rückt erst langsam in den Fokus der Personalplanung. Dabei sind es nicht nur die älteren Mitarbeiter, die Pflegeaufgaben übernehmen. Care Support bringt Pflege ins Gespräch – und ermöglicht es dem Unternehmen, schnell und individuell zu reagieren, wenn das Leben der Mitarbeiter durch Pflegeanforderungen aus dem Lot gerät. Ab 1. Juli 2015 sind neue Akzente gesetzt worden: Nun geht es nicht nur um das Pflegethema, sondern um Strategien zur Gestaltung der zweiten Lebenshälfte. Neben den monatlichen Treffen, die vor allem dem persönlichen Austausch und der Auseinandersetzung mit altersrelevanten Fragestellungen dienen, werden Großveranstaltungen zur Information aller Henkel-Mitarbeiter*innen und Henkel-Pensionäre zu aktuellen Entwicklungen in Bezug auf den Umgang mit Alters- und Pflegefragen angeboten. Eingeladen sind auch interessierte Gäste oder Angehörige.

QuartiersNETZ

aktualisiert am 5.01.2019

Das Projekt QuartiersNETZ wollte engagierte ältere Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gelsenkirchen sowie Partner aus Forschung und Dienstleistung zusammenbringen, um gemeinsam ein zukunftsweisendes Konzept für die Gestaltung des demographischen Wandels im Ruhrgebiet zu erarbeiten. Ziel des Projektes war ein solidarisches und selbstbestimmtes Leben im Alter. Dies sollte erreicht werden durch eine verstärkte Teilhabe Älterer sowie intensivere Vernetzung der Akteure in ausgewählten Wohnquartieren, aber auch mit Hilfe technischer Unterstützung.

Die Projektidee wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beim Wettbewerb „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ aus 78 Vorschlägen unter die besten zwölf gewählt. In einer dreimonatigen Konzeptentwicklungsphase wurde die Idee für die zweite Antragsphase weiter ausgearbeitet und konkretisiert. Hierzu fanden im Juni und Juli 2013 drei intensive Arbeitstreffen mit mehr als 200 Teilnehmenden statt. Neben den Wissenschaftler/-innen, Dienstleistern und Vertreter/-innen der Stadt bestimmten vor allem die interessierten Seniorinnen und Senioren mit ihren Anregungen und Ideen das Profil des Antrages.

Ende August wurde der Antrag beim Ministerium eingereicht, am 8. Oktober 2013 präsentierte Oberbürgermeister Frank Baranowski das Projekt in Berlin. Am 21. Januar 2014 erhielt Gelsenkirchen die erfreuliche Nachricht, dass es den Zuschlag für die Projektförderung erhalten hat. Nun wurde  mit Tatkraft und Freude in vier ausgewählten Stadtvierteln (Hüllen, Schaffrath, Schalke-Ost und Buer-Ost) die QuartiersNETZ-Entwicklung umgesetzt. Hierzu hat am 27. Oktober 2014 eine Auftaktkonferenz stattgefunden. Es folgten über 3 Jahre hin Treffen der quartiersübergreifenden Arbeitsgruppen, Entwicklung von neuen Lernformaten und Weiterentwicklung des Freiwilligenprofils „Technikbotschafter“  und „Techniklotsen“ sowie die Erstellung von Quartiersplattformen.

Das Forschungsinstitut Geragogik war in besonderer Weise für zwei Teilprojekte verantwortlich: zum Ersten partizipativ mit interessierten Bürger*innen ein Konzept für die Schulung und Beratung von ehrenamtlich tätigen Technikbotschafter*innen zu entwickeln und zu erproben, um durch die Initiative von Freiwilligen auch Personen zu erreichen, die bisher wenig Anschluss an das öffentliche soziale Leben finden konnten. Zum Zweiten war FoGera für den Transfer der Anliegen und Ergebnisse zuständig. Projektleitung: Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, verantwortlich für das Teilprojekt „Technikbegleitung“: Janina Stiel.

Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen. Zum Transfer der Projektergebnisse in die Kommunen hat eine Transferkonferenz am 28. Juni 2018 in Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen stattgefunden. In einer Übergabekonferenz am 9. 10. 2018 wurde die Weiterentwicklung und Begleitung in die Hand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Generationennetzes Gelsenkirchen gelegt.

Zum Transfer der Projektergebnisse sind im Herbst 2018 in Herausgeberschaft von FoGera und der FH-Dortmund fünf Handbücher im Eigenverlag herausgegeben worden. Diese Handbücher geben praxisnah Anregungen, wie ein Quartiersentwicklungsprozess „real und digital“ gelingen kann. Die Bücher sind über FoGera erhältlich und können ebenfalls auf der Website des Projektes als pdf-Datei kostenfrei heruntergeladen werden.

 

Weitere Informationen zum Projekt: www.quartiersnetz.de

Hier stehen auch die 5 Handbücher zum download bereit.

Projektstatus: Sommer 2020

Denk-Raum 50 plus

aktualisiert am 26.07.2020

Das Pilotprojekt „Denk-Raum 50 plus“ der ASG in Düsseldorf wurde gemeinsam mit FoGera aufgesetzt und hat inzwischen Eingang in das ASG-Angebot gefunden. Hier wird kontinuierlich ein neues Format von Bildung im Alter weiterentwickelt und erprobt, das sich an der Selbstbestimmung der Akteure und das Lernen in informellen Kontexten mit organisierten Lernarrangements kombiniert. Dieser Lernansatz wird seit 9 Jahren mit Erfolg umgesetzt.

Denk-Raum 50 plus – ein neues Format von Bildung im Alter

Bisherige Ansätze von Bildungsarbeit stoßen da an ihre Grenzen, wo neue Zielgruppen erreicht werden sollen – also jene, die nicht zum Stammpublikum gehören. Bisher werden – speziell in Großstädten – besonders die bildungsinteressierten unter den Älteren durch viele attraktive Angebote angesprochen. Für diejenigen, die gewohnt sind, die in Vorträgen und Veranstaltungen gegebenen Anregungen aufnehmen und das Neue eigenständig in den eigenen Alltag zu integrieren, bleiben wenige Wünsche offen.  – Auch für diejenigen, die im Engagement Neues hinzulernen wollen, um dann kompetent tätig zu sein, wird vieles angeboten. Um die Kultur des Ehrenamtes ist eine Lernkultur entstanden: Lernen wird als Mehrwert des Engagements definiert. Hier besteht allerdings eine thematische Zielführung: in den Blick genommen werden vornehmlich die Themen, die für das freiwillige Engagement hilfreich sind. – Damit wird gerade für die Generation 50 plus eine Lücke offenbar: die Älteren wollen nicht nur ihre Kompetenzen im Hinblick auf ihr Ehrenamt weiter entwickeln und sich einsetzen. Sie „brauchen auch etwas für sich“ – so formulierte es eine ältere Dame am Rande eines Zukunftskongresses „…und zwar etwas, das nichts mit dem Ehrenamt zu tun hat, dass der eigenen Spur folgt und das Austausch ermöglicht mit anderen, die ähnliche Interessen haben.“

Von dieser Situation ausgehend hat sich vor fünf Jahren ein großer katholischer Bildungsträger – die ASG in Düsseldorf – auf den Weg gemacht, eine neue Form von Bildungsarbeit zu entwickeln und zu erproben, die genau für diesen Personenkreis passt. Entstanden ist ein Pilotprojekt, in dem die Interessierten selbst „das Kommando“ übernehmen und sich ihre Bildung nach eigenen Interessen zum größten Teil selbst gestalten. Mit dem neuen Format „Denk-Raum 50 plus“ liegen nun bereits Erfahrungen vor.

Im Jahr 2015 hat die LAG Kath. Erwachsenen- und Familienbildung NRW und @ba NRW das Projekt „Potenziale der Praxis und innovative Konzeptentwicklung – umfassende Begleitung des demographischen Wandels durch die Weiterbildung“ durchgeführt. In diesem Innovationsprojekt wurden die Aufgaben von Weiterbildung der aktuellen und zukünftigen Bevölkerungsentwicklung von Deutschland – hier anhand des Beispiels von Nordrhein-Westfalen – untersucht und dargestellt. Dabei wurden innovative Angebotsformate ermittelt, welche allen gemeinwohlorientierten Weiterbildungseinrichtungen als „Good-Practice-Beispiele“ vorgestellt werden sollten. Das Angebot Denk-Raum 50 plus kam im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlprozesses unter die besten 30 Good-Practice-Beispiele.

Inzwischen hat der Ansatz des Denk-Raums eine nächste Entwicklungsstufe erreicht: Die Idee wurde als Gesamtstrategie für alle Angebote im Bereich einer Bildung für die zweite Lebenshälfte gewählt. Ein neues Team hat sich gefunden, das als „Senioren-Lern-Beirat“ aktiv an der Gestaltung des ASG-Programmes mitwirkt.

Derzeit wird ein Angebot für Ältere geplant, die sich als Technik-Begleiter*innen in ihren Pfarrgemeinden, Vereinen oder Initiativen dazu qualifizieren, andere Ältere bei der Nutzung des Internets oder des Smart-Phones behilflich zu sein und neue nachbarschaftliche Kommunikationsformen zu entwickeln. Eine erste Info-Veranstaltung dazu hat am 23. November 2018  bei der ASG in Düsseldorf, Gerresheimer Straße, stattgefunden. Weitere Planungen laufen derzeit.

 

Weitergehende Informationen finden Sie z. B. hier:

Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Wiss. Begleitung: bubolz-lutz@fogera.de

»Interview zum „Denk-Raum 50 plus“ mit Frau Prof. Dr. Bubolz-Lutz

Qualität Lernen Denkraum 50 plus

https://www.asg-bildungsforum.de/.content/.galleries/allgemeine-downloads/2500_-_Flyer_Das_Aelterwerden_begleiten_2016_02.pdf

Weitere Informationen: www.asg-bildungsforum.de

Patientenbegleitung – ehrenamtliche Unterstützung für allein lebende Ältere bei Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalt
Wer bei Krankheit nicht auf Verwandte und Freunde zurückgreifen kann, hat es schwer. Personen zu kennen, die einem dann beistehen, tut gut. Genau dafür sind Patientenbegleiterinnen und Patientenbegleiter da. Damit sich jeder eine Patientenbegleitung leisten kann, wird kein Beitrag erhoben – Spenden für die “Kaffeekasse” sind freiwillig.

Das “Netzwerk Patientenbegleitung NRW” geht auf das Projekt „Patientenbegleitung“ (1. Juli 2012– 30. Juni 2015) zurück. In diesem Projekt wurde ein Netzwerk mit 10 Standorten aufgebaut – in unterschiedlichen Trägerschaften.  Das Pilotprojekt wurde von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und dem Generali Zukunftsfonds finanziert.

Derzeit wird Patientenbegleitung im Netzwerk NRW weiter ausgebaut. Die Veranwortlichen und Interessierten treffen sich regelmäßig zu Austausch und gemeinsamen Planungen, um voneinander zu lernen und die weitere Verbreitung des Ansatzes voranzubringen. Inzwischen gibt es mehr als 11 Standorte in NRW, in denen Patientenbegleitung Fuß gefaßt hat und die sich unter “Unterstützung” finden lassen. Weitere Initiativen sind im Aufbau.

Im Oktober 2020 ist eine “Netzwerkstelle für Engagement, Unterstützung und Begleitung” an der Hochschule für Gesundheit in Bochum (hsg) eingerichtet worden. Weitere Infos zu den Planungen für die Zukunft unter  http://www.pflegebegleiter.de

 

Unternehmen Pflegebegleitung

Die demografische Entwicklung beinhaltet neue Herausforderungen für Unternehmen. Die Vereinbarkeit von Arbeit und Pflege ist eine Aufgabe, die bereits heute viele MitarbeiterInnen betrifft bzw. jederzeit betreffen kann. In Zukunft wird sie noch mehr an Bedeutung gewinnen. Die Folgen des Spagats zwischen Bürostuhl und Krankenbett sind für die Lebenssituation berufstätiger pflegender Angehöriger oft kaum zu bewältigen. Sie zeigen sich für Männer und Frauen je unterschiedlich. Sie … weiterlesen

SEELERNETZ „SeniorInnen in Europa lernen in Netzwerken“

Logo Programm für Lebenslanges Lernen

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission, Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen, finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht
für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

 

Projektlaufzeit: 1.10.2008 – 30.09.2010

 

Projektbeschreibung
Sozial- und bildungsbenachteiligte Senior/innen sind von Weiterbildungsangeboten in doppelter Weise ausgeschlossen. Zum einen nehmen generell die über 60-Jährigen weniger an Weiterbildungsprogrammen teil als andere Altersgruppen und zum anderen finden sozial benachteiligte ältere Menschen in geringerer Zahl den Zugang zu Weiterbildung als Senioren aus anderen sozialen Schichten.

Dies birgt die Gefahr wachsender Exklusion und Isolation dieser Zielgruppe. Risiken des sozialen Ausschlusses sind gesundheitliche Probleme, die Abnahme geistiger Leistungsfähigkeiten u.a. Zugleich droht damit ein geringer sozialer Zusammenhalt der Gesellschaft. Zudem führt ein Mangel an Weiter-bildung im Alter zu einer Steigerung fremdbestimmter Lebensweisen im Alter.

Ziel des Projekts ist es, durch die Gründung von quartiersnahen sozialen Netzwerken benachteiligte Senior/innen an Lern- und Bildungsprozesse heranzuführen. Die Zielgruppe soll in ihren Lern- und Handlungskompetenzen gestärkt werden, aktiv am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren und soziale Veränderungen aktiv mitzugestalten.

Kurz zusammengefasst, verfolgt SEELERNETZ das Ziel, sich an Prozessen der Kompetenzaneignung in Europa durch ihre Integration in soziale Netzwerke beteiligen.

Hauptergebnis ist ein definiertes europäisches Modell des niedrigschwelligen Zugangs zu sozialen Netzwerken, das Lernen im umfassenden Sinn ermöglicht. Dieses Modell wird in seinen unterschiedlichen europäischen Typen je nach regionalen oder zielgruppenspezifischen Anforderungen ausdifferenziert und ist von sozialen Organisationen in die Praxis implementierbar. Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung und der Modellprojekte wird ein Katalog von Handlungsempfehlungen auf europäischer und nationaler Ebene erstellt.

SEELERNETZ ist ein Bildungsprojekt für Ältere und ein Bildungsprojekt für den Umgang mit Älteren.

 

Projektpartner

Leitung
Dr. Dietmar Köster
Forschungsinstitut Geragogik (FoGera)
Alfred-Herrhausen-Str. 44
58455 Witten/ Deutschland

Koordination
Manfred Leonhardt / Brigitte Kukovetz
Social Architecture Team 3 (SAT3)
Hermann-Bahr-Gasse 10
8020 Graz/ Österreich

Kooperationspartner
Prof. Dr. Franz Kolland
Institut für Soziologie der Universität Wien
Rooseveltplatz 2
1090 Wien/ Österreich

Prof. Dr. Zwetelina Gankova – Ivanova
Technische Universität Gabrovo
4, H. Dimitar Str.
5300 Gabrovo/ Bulgarien

Myrto-Maria Ranga
+50 Hellas Athen
Pygmalionos Str. 8
11851 Athen/ Griechenland

Luminita Maria Saftu
Romanian Institute for Adult Education (IREA)
Calea Bogdanestilor Nr.32 A
Rooms 205/206
300389 Timisoara, Timis/ Rumänien

 

Ergebnisse der europäischen Studie SEELERNETZ

Forschungsbasiertes Handbuch
» PDF-Datei, 1,6 mb
Handlungsempfehlungen und das europäische Modell (wird in Kürze hinterlegt)
Präsentation zur DGGG-Tagung 2010
» PDF-Datei, 2,4 mb
Projektflyer
» PDF-Datei, 5,6 mb

 

Weitere Informationen unter » www.seelernetz.eu

 

 

Partizipation im Alter in den Kommunen Nordrhein-Westfalens

Gefördert durch das

Logo des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration

 

 

 

Projektlaufzeit: 01.09.2007 – 31.08.2010

Projekthintergrund
Städte und Kommunen setzen sich zukünftig verstärkt mit dem demografischen Wandel auseinander. Zunehmend wächst hier die Erkenntnis, dass die Gestaltung des kollektiven Alterungsprozesses insbesondere auch unter dem Blickwinkel der Potenziale und der Partizipation älterer Menschen zu erfolgen hat.

Ältere Menschen waren niemals zuvor so vital, so gebildet und so kompetent. Sie besitzen meist eine positive Einstellung zum eigenen Alter. Und vor allem: Keine Generation Älterer zuvor hatte ein stärkeres Interesse an der aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die gesellschaftspolitische Engagement- und Partizipationsbereitschaft der SeniorInnen erfordern entsprechende gesellschaftliche Ermöglichungsstrukturen in den Kommunen. Als zentrales Ergebnis des Projekts „Altengerechte Stadt“, das von Januar 2004 bis September 2005 in Trägerschaft der Landesseniorenvertretung NRW e.V. durchgeführt und vom früheren Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW gefördert wurde, ist herausgearbeitet worden, dass Stadtverwaltungen, Seniorenvertretungen und Wohnungsunternehmen dem Thema „Partizipation“ große Relevanz beimessen, dies allerdings selten in der kommunalpolitischen Praxis vorkommt. Wesentliche Gründe für diese Diskrepanz sind Umsetzungsprobleme u. a. aufgrund fehlender Konzepte und Leitbilder.

Viele Städte und Gemeinden suchen nach Anregungen und Strukturen zur Förderung der Potenziale älterer Menschen, denn das kommunale Engagement für SeniorInnen wirkt sich positiv auf das Stadtklima aus, stärkt das Gemeinwesen und erhöht somit die Attraktivität der Kommune für alle Generationen. SeniorInnen können neue Verantwortungsrollen übernehmen, sich sinnvoll entsprechend ihrer Bedürfnisse und Fähigkeiten engagieren und durch ihr Tätigsein Selbstbewusstsein entwickeln.

Vor diesem Hintergrund hat FoGera von dem Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen den Auftrag bekommen herauszufinden, wie Partizipation älterer Menschen in den Kommunen gefördert und systematisch umgesetzt werden kann.

Projektziel
Das Projekt strebt die exemplarische Initiierung von Partizipationsprozessen älterer Menschen in ca. fünf Modellkommunen an. Die ausgewählten Kommunen werden während des gesamten Umsetzungsprozesses durch FoGera beraten und begleitet.

Erkenntnisleitende Fragestellungen sind:

  • Wie sehen Erfolg versprechende Rahmenbedingungen für die Förderung partizipativer Prozesse älterer Menschen aus?
  • Unter welchen Bedingungen sind ältere Menschen bereit, ihre Teilhabepotenziale in den Kommunen einzubringen?
  • Welche Verfahren eignen sich, um die Potenziale älterer Menschen zu aktivieren?

Auch die Beschäftigung mit möglichen Hinderungsgründen und Barrieren für Partizipation älterer Menschen ist im Projektverlauf nicht zu vernachlässigen:

  • Welche Grenzen und Hindernissen existieren in Bezug auf die aktive Teilhabe älterer Menschen?
  • Wie können die unterschiedlichen Teilhabemotive Älterer für Maßnahmen vor Ort konkretisiert werden?

Zeitplan und methodisches Vorgehen
Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren (01.09.2007 – 31.08.2010). Es besteht grob aus drei Projektphasen:

Projektphase 1
Im Zentrum der ersten Projektphase (01.09.2007- ca. 28.02.2008) stehen nach der Auswahl der Kommunen die Erschließung des Untersuchungsfeldes und die Beschreibung der Ausgangslage durch Expertengespräche. Insgesamt werden vier Modellkommunen einbezogen.

Projektphase 2
Die zweite Projektphase (ca. 01.03.2008-28.02.2010) konzentriert sich auf die Planung von Partizipationsprozessen Älterer, die am jeweiligen Bedarf der ausgewählten Kommunen ansetzen. Im Rahmen von Experteninterviews und Recherchen wird der Frage nachgegangen, wodurch sich das Veranstaltungs- und Mitwirkungsspektrum für ältere Menschen in den Städten auszeichnet. Die extrahierten Stärken und Schwächen bilden Ansatzpunkte für die Förderung von Beteiligungsmöglichkeiten älterer Menschen.

Diese Projektphase sieht die Initiierung konkreter Partizipationsprozesse älterer Menschen in den Modellkommunen vor. Die Praxisprojekte werden begleitend evaluiert.

Projektphase 3
In der abschließenden dritten Projektphase (ca. 01.03.2010-31.08.2010) werden die Projektergebnisse dokumentiert und der interessierten Fachöffentlichkeit in Form eines Berichtes sowie einer Checkliste zur Initiierung partizipativer Prozesse zur Verfügung gestellt. Es ist ein Abschlussworkshop mit den beteiligten Städten vorgesehen.

 

Beteiligte Städte

Stadt Bergheim
Bethlehemer Straße 9 – 11
50126 Bergheim
Telefon: Tel. 02271 / 89-0
Fax: 02271 / 89-239
www.bergheim.de

Stadt Gladbeck
Willy-Brandt-Platz 2
45964 Gladbeck
Telefon: 02043-99 0
Fax: 02043 / 991130
www.gladbeck.de

Stadt Tönisvorst
Bahnstraße 15
47918 Tönisvorst
Telefon: 02151 / 999-0
Fax: 02151 / 999-311
www.toenisvorst.de

Stadt Troisdorf

Downloads

Beitrag von Dr. Dietmar Köster zum PiA-Projekt im Newsletter Wegweiser Bürgergesellschaft
» PDF-Datei, 278 kb
Projektflyer
» PDF-Datei, 1,2 mb
Handlungsprogramm „Älterwerden in Zweckel“ der Stadt Gladbeck
» Pdf-Datei, 203 kb
 

Publikation zum Projekt „Selbstbestimmt – mein Quartier gewinnt! (PiA 2)“ jetzt online

„Alle zehn Jahre werden wir (…) mit zweieinhalb zusätzlichen Lebensjahren beschenkt, (…) jeden Tag mit sechs Stunden. (…) Ein 2010 in Deutschland geborenes Baby wird mit mindestens 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit hundert Jahre alt“ (Schwentker/Vaupel 2011, S. 5). Das Zitat von Schwentker und Vaupel verdeutlicht die demografische Alterung und beschreibt den Prozess hin zu einer Gesellschaft des … weiterlesen

Abschlusstagung des FoGera-Projektes PiA 2

Nach dreijähriger Laufzeit findet am 13. Juni 2013 in Düsseldorf die Abschlusstagung des Projektes „Selbstbestimmt – mein Quartier gewinnt (PiA 2)“ gemeinsam mit dem Projekt „Im Quartier bleiben – Nachbarschaft leben“ statt. Das Programm können Sie folgendem » Tagungsflyer entnehmen. Anmeldungen sind möglich bis zum 05. Juni 2013 über folgenden » Link.

Projektbeschreibung

Gefördert durch das 

Logo des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter

 

 

 Projektlaufzeit: 01.09.2010 – 31.08.2013

Projekthintergrund
Das von 2007 bis 2010 durchgeführte Projekt „Partizipation im Alter in den Kommunen Nordrhein-Westfalens“ (PiA) hat in den vier Städten Bergheim, Gladbeck, Tönisvorst und Troisdorf modellhaft Partizipationsprozesse älterer Menschen initiiert.

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