Netzwerk Pflegebegleiter in Thüringen

Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V.
Postfach 80 08 03
99034 Erfurt
(Thüringen)

Ansprechperson:
Nina Becker

Kontakt:
Tel.: 0361 / 60255744
Fax: Mobil 0174 / 4617144
E-Mail: info@alzheimer-thueringen.de

In Erfurt befindet sich die Koordinierungsstelle des Netzwerk Pflegebegleiter in Thüringen seit Sommer 2018 bei der Alzheimer Gesellschaft.

Wir danken Elke Neiser von der Thüringer Ehrenamtsstiftung für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit!

Flyer_Pflegebegleitung.pdf

Letzte Beiträge aus Erfurt (Stand 16.04.2015)

Pressemitteilung als pdf-Datei: PM Pflegebegleitung Tagung 16.4.15.pdf

Broschüre: Broschuere_210x210_Einzelseiten.pdf

Tatkräftige Unterstützung für pflegende Angehörige

Studie der Thüringer Ehrenamtsstiftung zeigt: Das Netzwerk Pflegebegleitung hilft
Erfurt. Pflegebegleitung in Thüringen ist ein voller Erfolg. Sie hilft pflegenden Angehörigen, mit dem körperlich und seelisch belastenden Pflegealltag besser zurechtzukommen. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Evaluation, die jetzt von der Thüringer Ehrenamtsstiftung veröffentlicht wurde. Im Rahmen der Studie wurden ehrenamtliche Pflegebegleiter, pflegende Angehörige sowie Projektinitiatoren an den fünf Thüringer Pflegebegleiter-Standorten in Bad Langensalza, Eisenach, Gera, Meiningen und Bad Lobenstein befragt. 64 Prozent der pflegenden Angehörigen bewerteten die Pflegebegleitung demnach als „sehr wichtig“, weitere 28 Prozent als „wichtig“. 92 Prozent würden die Pflegebegleitung weiterempfehlen.

Das Modellprojekt „Netzwerk Pflegebegleiter in Thüringen“ wurde 2012 gestartet und läuft seitdem an den fünf Standorten. Weit mehr als hundert Pflegebegleitungen kamen in diesem Zeitraum zustande; allein bis Ende 2014 kümmerten sich ehrenamtliche Pflegebegleiter im Rahmen des Projekts um 115 pflegende Angehörige. Das Netzwerk wird von der Thüringer Ehrenamtsstiftung koordiniert. Partner sind das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie die Pflegekassen im Freistaat.

Pflegebegleitung ist ein unterstützendes Angebot für pflegende Angehörige. Die ehrenamtlichen Pflegebegleiter in Thüringen / die meisten von ihnen sind Frauen mittleren Alters – verstehen sich als Vertrauenspersonen. Sie hören den pflegenden Angehörigen zu, nehmen sich Zeit für deren Sorgen und Probleme. Das allein ist schon eine wichtige Hilfe für die Angehörigen, die in vielen Fällen selbst bereits im Rentenalter sind und sich mit ihrer schweren Aufgabe oft alleingelassen und überfordert fühlen. Die Pflegebegleiter übernehmen selbst keine pflegerischen Tätigkeiten, sie können jedoch Hilfsangebote vermitteln und unbürokratisch nach Lösungen suchen.

Das tun sie offensichtlich mit Erfolg. 65 Prozent der pflegenden Angehörigen gaben im Rahmen der Evaluation an, dank der Pflegebegleitung besser mit schwierigen Situationen fertigzuwerden. 54 Prozent erlebten den Trost und die Solidarität, die ihnen ihr Pflegebegleiter vermittelt, als persönlichen Gewinn; ein ebenso hoher Anteil der Befragten gab an, dank der Pflegebegleiter habe sich die Pflegesituation klar verbessert.

In ihrer Bilanz sind sich Pflegebegleiter, pflegende Angehörige und Projektinitiatoren einig: Das Netzwerk Pflegebegleitung soll bestehen bleiben und wachsen. Der Bedarf ist groß. Zwar nähert sich das Modellprojekt nach drei Jahren seinem Ende, doch Vertreter der Pflegekassen äußerten sich bei einer Fachtagung in Erfurt optimistisch, dass das Netzwerk erhalten bleiben und ausgebaut werden kann. Auch Thüringens Sozialminister Heike Werner (Linke) bekundete im Rahmen der Expertentagung starkes Interesse an der Fortführung des Projekts. Bis Jahresende ist das Netzwerk Pflegebegleiter als Modellprojekt gesichert. Danach soll es in eine dauerhafte Finanzierung überführt werden.

Die Evaluation zum Netzwerk Pflegebegleiter in Thüringen wurde von Projektkoordinatorin Andrea Graf (Thüringer Ehrenamtsstiftung) und dem Arbeitssoziologen Martin Ehrlich (Friedrich-Schiller-Universität Jena) 2014 vorgenommen. Befragt wurden acht Projektinitiatoren, 31 ehrenamtliche Pflegebegleiter und 26 pflegende Angehörige. Die Autoren zogen zum Vergleich repräsentative Studien heran, die ebenfalls aufzeigen, dass gut geschulte ehrenamtliche Kräfte pflegenden Angehörigen wirkungsvoll helfen können.